Link: Zusammenfassung des Impulsvortrages von Prof. Dr. Carlo Willmann
Der noe:reform.tag am Sa 9. April 2011 in Schönau an der Triesting anlässlich des 20jährigen Bestehens der Waldorfschule und Waldorfkindergarten war in jeder Hinsicht ein voller Erfolg:
- Eine Fülle von Angeboten vieler schulischer und vorschulischer Initiativen draußen im Park – ein buntes Treiben bei hellem Sonnenschein
- Beeindruckende Vorführungen und Präsentationen der Steiner Landschule Schönau im Schulgebäude
- Beim Festakt um 11 Uhr berührende einleitende Worte von Prof. Dr. Carlo Willmann
- Starke Worte der Unterstützung von LSR-Präsident Hermann Helm für die Schulen in freier Trägerschaft
- Mag. Staar, Abteilungsleiter Kindergärten in der NÖ Landesregierung, konnte viele positive Eindrücke der Kindergärten in freier Trägerschaft mit nach Hause nehmen
- Unterstützung auch von LehrerInnen aus dem öffentlichen Schulwesen, der kath. Privatschule Wolfpassing und vom Grünen LABg. Emmerich Weiderbauer (selbst HS-Lehrer)
Themenschwerpunkt des Podiumgesprächs war: "Das Zusammenwirken von öffentlichen und privaten Bildungseinrichtungen im Bildungssystem der Zukunft – 5.000€-Globalbudget (pro Kind und Jahr) mit voller Autonomie und Verantwortung am Standort (Schule/Kindergarten/Kindergruppe)" Aktualisiert (Dienstag, den 10. Mai 2011 um 09:51 Uhr)

Die Initiatoren des Elternbündnis FreieSchulwahl beim noe:reform.tag2011
v.l.n.r.: Angelika Lütkenhorst, Schriftführerin NÖ-Plattform ZB,
Egbert Amann-Ölz, Obmann NÖ-Plattform ZB,
Andrea Pisa, Schulleiterin Neue Schule Eichgraben,
Bea Lukas, Obfrau Förderverband Freier Schulen,
Florian Amlinger, Obmann R. Steiner Landschule Schönau/Triesting
Nicht im Bild: Edgar Hernegger, Bundeselternsprecher der Österreichischen Waldorfschulen Aktualisiert (Sonntag, den 10. April 2011 um 17:51 Uhr)
Welche Innovationskraft in den über 50 NÖ Reformschulen, -kindergärten und -gruppen steckt, davon konnten sich am Samstag, 24. April 2010 in St. Pölten/Pottenbrunn an die 1000 Besucher gemeinsam mit dem St. Pöltner Bürgermeister Matthias Stadler und Landtagsabgeordneten Franz Grandl bei einem dichten Programm anlässlich des 20jährigen Bestehens der Privatschule "Lernwerkstatt im Wasserschloss" und des noe:reform.tags auf der Pottenbrunner Schlossallee überzeugen. Veranstalter war die NÖ-Plattform ZukunftBildung (www.zukunftbildung.net ), die die privaten schulischen und vorschulischen, reformpädagogischen Bildungsinitiativen in NÖ vereint und politisch vertritt.
Viele interessierte Eltern und Kinder testeten konkrete Angebote wie Wolle spinnen, Flugzeugmodellbau, Arbeiten mit Naturmaterialien, .... und lernten so unzählige neue Lernformen spielerisch kennen. Bgm. Matthias Stadler nahm sich viel Zeit, um die verschiedenen reformpädagogischen Ansätze kennenzulernen. Am Stand der Privatschule "Integratives Montessori Atelier St. Pölten" wurde er von einem begeisterten Vater in ein Strategiespiel verwickelt. Er konnte sich über die finanzielle Ungerechtigkeit ein Bild machen, das die Privatinitiativen trotz hohem Elternengagement alle tragen: einerseits als Steuerzahler die öffentlichen Schulen und Kindergärten zu finanzieren, andererseits aus dem versteuerten Nettoeinkommen 200-400 Euro monatlich Schul- bzw. Kindergruppengeld zu bezahlen.
Welche wertvollen Impulse aus diesen mit hoher Autonomie arbeitenden Bildungsinitiativen hervorgeht, zeigte eine teilnehmende öffentliche Volksschule, die seit 10 Jahren als Schulversuch klassenübergreifend arbeitet: die VS Oed "Schule zum Glück". LA Franz Grandl erinnerte sich an seine eigene Volksschulzeit, in der ebenfalls noch klassenübergreifend sehr effizient SchülerInnen mit schneller Auffassungsgabe und langsamere Kinder unterrichtet wurden, individuell auf sie eingegangen wurde und die Jüngeren viel von den Älteren gelernt haben. Untersuchungen belegen, dass dieses soziale Lernen deutlich bessere Lernerfolge hervorbringt und die Konkurrenz und das Vergleichen unter Gleichaltrigen in den Hintergrund tritt, wodurch ein entspanntes, lustvolles, neugieriges Lernen möglich wird. Diese freudige Lernatmosphäre wurde an den Gesichtern von Kindern und Eltern am noe:reform.tag deutlich sichtbar.
Ganz am Beginn der Bildungslaufbahn präsentierte sich das St. Pöltner Eltern-Kind-Zentrum "Kids&Co", welches für Eltern mit Kleinkindern verschiedene Spielgruppen bei gleichzeitiger Elternbildung anbietet. Bgm. Matthias Stadler versprach, sich für eine angemessene Förderung von "Kids&Co" auch der Stadt St. Pölten stark zu machen.
Rechtlich noch gar nicht existent, aber bereits mit 6 Gruppen in der NÖ-Plattform ZukunftBildung vertreten, sind die "Waldkindergruppen" (Waldfexxx Krems, Waldkindergarten St. Andrä Wördern, Waldkinder Maria Anzbach, Waldfüchse Mönichsthal, Kinderbetreuung in der Natur Herzogenburg). Hier lernen die Kinder statt in geschlossenen Räumlichkeiten in der freien Natur, die Welt zu begreifen - mit ausgezeichneten Ergebnissen, wie Privatschulen als "Abnehmer" berichten: Die Kinder aus den Waldkindergruppen sind wesentlich ausgeglichener, haben ausgeprägte motorische Fähigkeiten und deutlich ausgeprägtere neurale Vernetzungsstrukturen aufgebaut, so der Tenor der LehrerInnen in privaten Schulen. "Hier muss mit dem Land NÖ noch eine Lösung gefunden werden, um sie in die Förderung von Tagesbetreuungseinrichtungen zu integrieren", so der Obmann der NÖ-Plattform ZukunftBildung, Egbert Amann-Ölz.
Eindrücklich schilderte die Waldorfschule Schönau an der Triesting dem Landtagsabgeordneten Franz Grandl das deutlich bessere Abschneiden der österreichischen Waldorfschulen beim Pisa-Test in den naturwissenschaftlichen Fächern. Fächerübergreifender Projektunterricht, ein hoher Stellenwert von Theaterspiel, musikalischer Bildung und kreativem Arbeiten ermöglicht eine Vernetzung der Gehirnstrukturen, wie sie durch den klassischen Unterricht oft verhindert wird. Die dzt. parlamentarische Arbeit zur Modernisierung des Privatschulgesetzes soll zu einer Übernahme der Lehrergehälter durch den Bund auch für nicht konfessionelle Privatschulen führen. Die anlaufende konfessionsübergreifende Arbeit auf diesem Gebiet schilderte der Bildungssprecher der evangelischen Kirche Üsterreichs, Dieter Bergmayr, von der Freiraumschule Kritzendorf. Die neu gegründete katholische Privatschule mit reformpädagogischer und integrativer Ausrichtung in Wolfpassing ist ebenfalls Mitglied der NÖ-Plattform Zukunftbildung, die politisch nun auch für das kostenlose "Gratiskindergartenjahr" in privaten Kindergruppen aktiv in Gespräche mit der NÖ Landesregierung geht. "Es geht nicht an, dass engagierte Eltern, die alles selbst organisieren, nicht die vollen Kosten der Bildung im letzten Kindergartenjahr ersetzt bekommen, wo deren Einrichtung um ca. 20% niedrigere Gesamtkosten hat wie ein durchschnittlicher öffentlicher Kindergartenplatz", so der Obmann der NÖ-Plattform Zukunftbildung, Egbert Amann-Ölz. Das konstruktive Miteinander zwischen öffentlichen Schulen und Kindergärten und privaten Trägern war letztlich auch Thema im Gespräch mit LA Franz Grandl, der versprach, dieses Anliegen in seine Parteigremien einzubringen. Ein Termin mit Landesrat Johann Heuras steht denn als nächstes ins Haus, um einen fairen Sachkostenbeitrag für die NÖ nicht-konfessionellen Privatschulen zu erwirken.
Aktualisiert (Samstag, den 09. April 2011 um 22:46 Uhr)
Auf Bundesländerebene haben sich regionale Plattformen gebildet, auf denen sich die privaten Bildungsinitiativen in unterschiedlichen Formen miteinander vernetzt und zu einer Interessensvertretung zusammengeschlossen haben. So in Niederösterreich (www.zukunftbildung.net), Tirol und Steiermark.
Auf Bundesebene gibt es einzelne Dachverbände (www.unsereschulen.at, www.waldorf.at, www.montessori.at), denen viele Privatschulen in den Bundesländern angehören, und die sich im EFFE-Dachverband (www.effe.at) österreichweit zusammengeschlossen haben. Weitere Verbände auf Bundesebene sind die Interessensvertretung Privater Bildungseinrichtungen Österreichs, PBÖ (www.p-b-oe.at), der Förderverband Freier Schulen (www.foerderverband.at), sowie der Verband österreichischer Privatschulen mit wissenschaftlicher Begleitung (www.wissen-schafft-schule.org). Mit all diesen Verbänden arbeiten wir intensiv zusammen.
Unsere Ziele:
• Fairer Kostenersatz für alle privaten Bildungsinitiativen (Schulen, häuslicher Unterricht, Kindergärten, Kindergruppen, Waldkindergruppen) durch die öffentliche Hand, und zwar in Höhe von 80% jener Gesamtkosten (inkl. Gebäude und Administration), die durchschnittlich pro Kind an öffentlichen Bildungs- oder Betreuungseinrichtungen anfallen, und zwar im Rahmen einer gesetzlich verbindlichen Regelung auf Bundes-, Landes- und Gemeindeebene
• Gratis-Kindergartenjahr mit Vollkostenersatz für Privatinitiativen durch die öffentliche Hand (Vorbild: Vorarlberg, OÖ), damit sie dem gesetzlichen Auftrag der 15a-Vereinbarung nachkommen können
• Eine klare, einheitliche Bildungs-Rahmenkompetenz für Schulen, häuslichen Unterricht und alle vorschulische Bildungseinrichtungen einzig beim Unterrichtsministerium (besser: Lern- und Innovationsministerium) im Rahmen einer umfassenden Verfassungsreform des derzeitigen Föderalismusdschungels am Bildungssektor
• Zusammenarbeit mit EFFE Österreich, Interessensvertretungen und anderen Verbänden auf dem Gebiet der Bildung, um eine österreichweit einheitliche finanzielle Förderung von schulischen und vorschulischen Bildungsinitiativen in freier Trägerschaft zu erwirken. Aktualisiert (Mittwoch, den 13. April 2011 um 15:10 Uhr)
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